Willkommen auf der Website der Gemeinde Dielsdorf



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
  • Druck Version
  • PDF
 

III. TEIL: Vom Jahre 1800 bis zur Gegenwart

 

Wie Dielsdorf Bezirkshauptort wurde

Schon am 27. August 1851 wandte sich die hiesige Behörde im Auftrag der Gemeinde mit einer Petition an den Grossen Rat, in der sie diesen bat, den Hauptort von der „Burg“ (Regensberg) nach Dielsdorf zu verlegen. Zur Begründung wurde angeführt, die Talgemeinde sei „ein wahrer Zentralpunkt aller Bezirksstrassen und darum von überall her bequemer zu erreichen als das hochgelegene und nur mühsam zu besteigende Regensberg, das übrigens nur halb so viele Einwohner habe als Dielsdorf“. Mit bewegten Worten wies man hin auf den „höchst lästigen“ Besuch der „Burg“ und auf die vielen Schweisstropfen der Geschäftsleute, Kläger, Beklagten, Anwälte, Zeugen, Gläubiger und Schuldner, die sich jeweils halb auf die Lägern hinauf in die dortigen Kanzleien oder an die Märkte begeben mussten. Ferner versprachen 30 Bürger die unentgeltliche Lieferung von Holz und Steinen für ein hiesiges Bezirksgebäude sowie freiwillige Fuhr- und Arbeitsleistungen, und nur wenige Dielsdorfer waren im Hinblick auf die Unterhaltskosten mit dem ganzen Vorgehen nicht einverstanden. – Noch im gleichen Jahre schrieben viele andere Gemeindebehörden des Unterlandes im ähnlichen Sinn nach Zürich. Anno 1865 hatte Dielsdorf eine Bahnstation und damit einen neuen Hauptgrund seiner Bestrebungen erhalten. Dazu kam noch die demokratische Bewegung jener Zeiten. Diese hatte auch bei uns viele Anhänger, denen alle noch bestehenden Erinnerungen an Aristokraten, Landvögte und Freiherren, z.B. Festungen, Schlösser und Türme, ein Greuel waren und die sie am liebsten ganz abgebrochen hätten. Im Jahre 1867 erneuerte der Dielsdorfer Gemeinderat sein Verlegungsgesuch. Selbstverständlich wehrten sich die Regensberger nach Kräften für ihr altes Vorrecht. Sie verschickten z.B. in alle Dörfer des Bezirks ein ausführliches Kreisschreiben, in dem sie deren Entfernung von der „Burg“ mit derjenigen von Dielsdorf verglichen. Ferner wiesen sie auf die grossen Kosten hin, die sie von jeher für die Bezirksgebäulichkeiten aufgebracht hatten. Ihre Bemühungen waren aber erfolglos, und es ging ihnen dabei ähnlich wie einst z.B. den Bewohnern von Greifensee, Grüningen und Kyburg, welche die Ehre des Verwaltungssitzes schon 1831 an die volkreicheren Dörfer Uster, Hinwil und Pfäffikon hatten abgeben müssen. Nach einem regierungsrätlichen Beschluss vom 13. November 1871 wurde der Hauptort von Regensberg ins Tal hinab verlegt, wo man den Sieg Weiterum mit Mörserschüssen verkündete. Seither heisst unser Teil des Unterlandes Bezirk Dielsdorf.

Aus der neueren Baugeschichte

Diese ist gekennzeichnet durch die stark zunehmende Anzahl der Häuser. Vor 200 Jahren standen hier deren 50, um 1900 etwa 130, und heute sind es rund 230. Die Entwicklung wurde gelegentlich durch grosse Feuersbrünste unterbrochen, die sich z.B. an der Bahnhofstrasse seit 1898 siebenmal ereigneten. Die Häuser gruppierten sich einst um die Kirche herum und dann um das Strassenkreuz bei der heutigen „Sonne“. Von dort aus teilte man die Siedlung ein. Südlich davon ist das Ausserdorf, östlich das Vorderdorf und westlich das bergwärts gelegene Oberdorf. Das Hinterdorf erstreckt sich vom „Jägerstübli“ abwärts bis zum „Löwen“, und weiter unten befindet sich noch das Unterdorf. Die Anzahl und Art der vor etwa 60 Jahren hier stehenden Häuser erfährt man gut aus eine Einquartierungsliste von 1896. Da wurden im ganzen 129 Gebäude notiert. Davon waren für militärische Zwecke geeignet 2 Schulhäuser, 4 Wirtschaften mit Sälen und Zimmern, 7 Waschhäuser, je 2 Bäckereien, Schmieden, Sattlerwerkstätten und Wagnereien, 71 Scheunen mit 42 Stallungen, 17 laufende Brunnen und 59 Privatbacköfen. In Dielsdorf konnte man damals etwa 1200 Soldaten und Unteroffiziere, 50 Offiziere und 200 Pferde bequem unterbringen. Neuerdings entfaltete sich die stark vermehrte Bautätigkeit besonders nach Norden und Süden, d.h. in die Gegend der Schicken- und Wehntalerstrasse und anderseits in den Geeren, auf die Breite oder nach dem „Bürgli“

zur Übersicht